Entdeckung Angolas und die Kolonialzeit
Im Jahre 1482 entdeckte der Portugiese Diogo Cão auf einer Erkundungsfahrt entlang der westafrikanischen Küste die Kongomündung. Er nahm mit dem Königreich Kongo Verbindung auf, welches Völker zu beiden Seiten des Flusses Kongo und im heutigen Nordangola umfasste. Aufgrund der zwischen Diogo Cão und dem König geschlossenen Freundschaft entwickelten sich zunächst bilaterale Beziehungen zwischen dem Kongo und Portugal die im laufe der Zeit zu Ungunsten des afrikanischen Staates endete.
Die wirtschaftliche Abhängigkeit des Königreiches Kongo vom Sklavenhandel entwickelte sich sehr rasch und intensiv, sodass das Königreich nach dem Tod des Königs Afonso I allmählich verfiel.
Dem Kongo gelang es nicht sich aus der Umklammerung Portugals zu lösen und letztendlich wurde ihnen der Weg frei gemacht und aus dem Kongo wurde ein Umschlagplatz der Portugiesen für den Sklavenhandel. Dies führte teilweise zur Entvölkerung ganzer Landstriche.
Seit dem frühen 16. Jh. trieben die Portugiesen mit Afrikanern an der Küste südlich der Kongomündung Handel. Besonders Luanda erweiß sich als besonders günstiger Handelsplatz. Zur selben Zeit kam das Ndongo-Königreich am unteren Cuanzafluß zur immer größeren Macht. Die Könige dieses Reiches erhielten den Titel Ngola. Dieser Titel wurde später zum Namen der ganzen portugiesischen Kolonie und damit zum Namen der heutigen Republik. Das Königreich Ndongo (oder auch Ngola-Königreich) löste sich von der Herrschaft der Kongokönige und nahm direkte Handelsbeziehungen zu den Portugiesen auf.
Im Jahre 1571 erhielt Paulo Dias de Novais (Gründer Luandas 1576) von der portugiesischen Krone den Auftrag zu Kolonisierung Angolas. Der ausgezeichnete Hafen Luanda wurde bald zum Handelszentrum. Der Schwerpunkt des portugiesischen Einflusses verschob sich aus dem Kongogebiet an den unteren Cuanza und nach Benguela (gegründet 1617).
Mit dem Vordringen ins Innere des Gebietes erlosch bei den Portugiesen der Mythos der Silberminen, die sie finden wollten. Ihr Hauptinteresse richtete sich nunmehr ganz auf den immer größer werdenden Sklavenhandel.
Trotz der 40 Jahre langen Eroberungspolitik der Portugiesen konnte sich das Ndongoreich bis in den Anfang des 17. Jh. als unabhängiger und mächtiger Staat halten. Wirtschaftlich war der Staat jedoch vom Sklavenhandel mit den Portugiesen abhängig. Dieser Mbundu-Staat zählte zu den wichtigsten Sklavenlieferanten für den Export über Luanda. Bis zu 12-13.000 Sklaven jährlich wurden im 17. Jh. legal vom Hafen Luanda aus exportiert. Dazu kommt noch eine große Zahl heimlich ausgeführter Sklaven.
Das 17. Jh. war ausgefüllt mit portugiesischen Kämpfen gegen nicht unterworfene Häuptlinge und Aufstände sowie besonders gegen die Königin Njinga a Mbande, die das alte selbständige Königreich Ndongo unter ihrer Herrschaft wieder herstellen wollte. Sie ist eine der wichtigsten Persönlichkeiten in der portugiesisch-angolanischen Geschichte und gilt heute als frühe Befreiungsheldin gegen die portugiesische Herrschaft.
Es gab etliche Kämpfe bei denen es im wesentlichen um die Beherrschung des Sklavenhandels ging. Im Jahre 1671 wurde Ndongo nach dem jahrelangen Widerstand durch einen Feldzug der Portugiesen endgültig ein Teil der Kolonie Angolas.
Gegen Ende des 17 Jh. und in der ersten Hälfte des 18 Jh. hatten die Portugiesen weite Teile des Landes in der Hand.