Close

Not a member yet? Register now and get started.

lock and key

Sign in to your account.

Account Login

Forgot your password?

  • Slide 1
  • Slide 2
  • Slide 3
  • Slide 1
  • Slide 2
  • Slide 3
  • Slide 4
  • Slide 5
  • Slide 6
  • Slide 7
  • Slide 1
  • Slide 2
  • Slide 3
  • Slide 4
  • Slide 5
  • Slide 6
  • Slide 7

Angola – Die „schwarze Mutter“ Brasiliens

Der Sklavenhandel war der wichtigste und charakteristischste Faktor in der angolanischen Geschichte bis zur Mitte des 19. Jh. Die Sklaven und das Elfenbein waren das bedeutendste Handelsgut der Portugiesen. Einige der Sklaven wurden im Küstenland behalten doch die meisten wurden nach Brasilien verschafft. Das Kongobecken und Angola wurden die Hauptsklavenquellen für Brasilien. Als die Nachfrage nach Arbeitskräften in Brasilien beträchtlich stieg, führten die Portugiesen militärische Expeditionen ins Innere durch, um Sklaven zu fangen oder sie von Häuptlingen zu erpressen.
 
Der schlimmste Teil dieses Sklavenhandels war die 5-8 Wochen dauernde Überfahrt nach Amerika. Nach dem langen Marsch aus dem Inneren wurden die Sklaven in Luanda aufgefüttert, zwangsgetauft und dann zu Hunderten in den Decks der Schiffe verstaut. Schätzungen besagen, dass ca. ein Drittel der Sklaven die Überfahrt nicht überlebte.
 
Durch den Sklavenhandel wurden in Afrika ganze Regionen entvölkert und kleinere Stämme ausgerottet. Besonders Angola litt stark unter der Entvölkerung, da es wenig bevölkert war.
 
Ab der zweiten Hälfte des 18. Jh. wurde Angola von Portugal vernachlässigt. Es interessierte sich nur auf einige Stützpunkte für die Schifffahrt und den Handel. Angola selbst war ganz auf Brasilien ausgerichtet und wurde von dieser portugiesischen Besitzung aus verwaltet. Die Beziehungen der beiden portugiesischen Kolonien waren sehr eng. Auch die meisten Lebensmittel wie Maniok und Mais wurden von Brasilien in Angola eingeführt und später zum wichtigsten Grundnahrungsmittel. Im 18. und 19. Jh. war der angolanische Handel und die Außenkontakte viel abhängiger von Brasilien als von Portugal. 300 Jahre lang bis zur endgültigen Abschaffung des Sklavenhandels wurde Angola als die „schwarze Mutter“ Brasiliens betrachtet. Mehr als drei Millionen Menschen aus Angola kamen in dieser Zeit als Sklaven nach Brasilien.

In Angola nahm der Sklavenhandel nur langsam ab. 1815 kamen Portugal und England überein, keine Sklaven nördlich des Äquators zu kaufen oder zu verschiffen. 20 Jahr später verbot Portugal die Ausfuhr von Sklaven aus all seinen Territorien. 1854 wurden alle Regierungssklaven für frei erklärt und im Jahre 1855 wurde der Hafen Ambriz nördlich von Luanda mit seinem lebhaften illegalen Sklavenhandel durch den Gouverneur von Angola geschlossen. Um das Jahr 1880 wurde der über 300 Jahre währende Sklavenhandel gesetzlich beendet, aber die Arbeitsbedingungen änderten sich in den folgenden 50 Jahren kaum.