Der Weg zur Unabhängigkeit Angolas
In den Jahren 1884/85 fand in Berlin eine internationale Konferenz bezüglich der Grenz- und Besitzregelungen der afrikanischen Länder statt. Portugal war eine der ersten Mächte Europas, welche Besitzansprüche in Afrika stellte. Dennoch musst Portugal viele Abstriche machen und der Plan einer Landverbindung quer durch Afrika musste aufgegeben werden. Erst nach langen Verhandlungen wurden 1915 endgültig die heutigen Grenzen festgelegt.
Nach der Festlegung und internationalen Anerkennung der Grenzen Angolas wurde das Innere weiter erschlossen und unter eine ständige Verwaltung gestellt, die auch die entferntesten und kaum besiedelten Gebiete an den Ost- und Südgrenzen erfasste.
Im Jahre 1951 erhielt Angola den Autonomiestatus als Überseeprovinz Portugals. Aber schon ab dem Jahre 1961 entwickelte sich langsam der Kolonialkrieg. Entscheidend für das Zögern die Kolonie durch eine politische Lösung unabhängig zu machen, war das Gefühl der traditionellen Verbundenheit Portugals mit seinen Überseegebieten seit 500 Jahren. Ohne die Überseeprovinzen fürchtete Portugal, in Europa bedeutungslos zu werden und endgültig von seiner historischen Größe vergangener Jahrhunderte Abschied nehmen zu müssen. Die Versuche Lissabons in Angola unter Wahrung des portugiesischen Einflusses die Demokratisierung und Entkolonialisierung in die Wege zu leiten, scheiterten im Laufe des Jahre 1974. Die drei wichtigsten Gründe für das Scheitern einer politischen Lösung für ein unabhängiges Angola waren die unterschiedlichen Interessen der drei Befreiungsbewegungen, die wichtigen portugiesischen und ausländischen Wirtschaftsinteressen und schließlich die großen Zahl portugiesischer Staatsangehöriger in Angola, die sich gegen die Entwicklung eines unabhängigen Staates wehrten. Überfälle und Terroranschläge nahmen zu und in Angola selbst bildeten sich viele Gruppen mit unterschiedlichen Zielsetzungen. Auch die Anhänger der Befreiungsbewegungen lieferten sich blutige Auseinandersetzungen in Luanda und in Nordangola (Nelkenrevolution). Schließlich kam es am 15.01.1975 im Seebad Alvor in der portugiesischen Algarveprovinz zu dem von Portugal und den drei Befreiungsbewegungen unterschriebenen Vertrag von Alvor, der eine Übergangsregierung der vier Partner zur Vorbereitung der Unabhängigkeit Angolas, die auf den 11.11.1975 festgelegt wurde, und der Wahl einer verfassungsgebenden Versammlung festlegte. Die Übergangsregierung wurde in der Zwischenzeit vom portugiesischen Hochkommissar Rosa Coutinho geleitet. Mit der Unabhängigkeit Angolas endete die erste Phase des Krieges.