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Der Bürgerkrieg

Im Alvor-Vertrag (1975) gab es keine politische Ausrichtung oder Festlegung auf ein bestimmtes politisches, wirtschaftliches und Verwaltungssystem. Die unterschiedlichen Standpunkte der Befreiungsbewegungen waren zu groß, ihre Verankerung in der Bevölkerung zu unübersichtlich und wenig abschätzbar, als dass die Regierung zu einem gemeinsamen Handeln kommen konnte. (Schätzungen der Anhänger von 1975: UNITA 40-45%, MPLA 25-40%, FNLA 20%). Die Parteien hielten sich nicht an den von ihnen unterzeichneten Alvor-Vertrag und begannen vielmehr ihre einzelnen Positionen auszubauen. Neue Kämpfe und Terroraktionen brachen aus, besonders zwischen der FNLA und der MPLA. Es folgten kubanische Unterstützung und sowjetische Waffenlieferungen für die MPLA einerseits, zairische und andere Soldaten auf Seiten der FNLA und UNITA. Dies war der Beginn des 30 jährigen Bürgerkrieges in Angola der insgesamt mehr als 1,4 Millionen Menschen das Leben kostete. Der Hochkommissar löste die provisorische Übergangsregierung auf und übertrug die Regierung an die MPLA, die allein in Luanda herrschte. Mit ausländischer Unterstützung durch Kuba, der Sowjetunion, Südafrika, China, der europäischen Seite und den USA folgten schwere Kämpfe zwischen FNLA, UNITA und der MPLA
Am 10.11.1975 verließen die letzten portugiesischen Soldaten und Funktionäre das Land. Ein gemeinsamer Versuch von UNITA und FNLA mit Unterstützung Südafrikas, Luanda einzunehmen, wurde mit kubanischer Hilfe für die MPLA in der Schlacht bei Kifangondo Ende 1975 abgewehrt. Die FNLA erholte sich von dieser Niederlage nicht mehr und war fortan bedeutungslos.
 
Der portugiesische Hochkommissar übergab am 11.11.1975 wie im Alvor-Vertrag vorgesehen, die ehemalige Kolonie den Angolanern, dh. der allein in Luanda präsenten MPLA, worauf diese sofort die Volksrepublik Angola ausrief, die sehr bald von einer Reihe afrikanischer und anderer Staaten anerkannt wurde. Die Volksrepublik wurde am 22.11.1976 in der UNO zugelassen. Der erste Präsident der Volksrepublik war Agostinho Neto. Mit ausländischer Unterstützung konnte die MPLA andere Befreiungsbewegungen aus den wichtigen Teilen des Landes vertreiben. Nach dem Tode Netos 1979 wurde Jose Eduardo dos Santos Staatschef in Angola.
 
Im Jahr 1991 einigten sich die beiden Bürgerkriegsparteien MPLA und UNITA darauf, ein Mehrparteiensystem umzusetzen. Nachdem Jose Eduardo dos Santos die durch die UN überwachten Wahlen gewonnen hatte, brach erneut Krieg aus. Der Auslöser war die Überzeugung der UNITA, es handle sich um Wahlbetrug.
 
Am 20.11.1994 unterzeichneten die UNITA und die Regierung einen Friedensvertrag (Lusaka-Protokoll). Dadurch wurden ehemalige UNITA-Rebellen in die Regierung integriert. Dennoch begannen die blutigen Kämpfe Ende 1998 erneut.

Aufgrund des Konfliktes setzte dos Santos die Funktionen der Demokratischen Instanzen außer Kraft. Am 22.02.2002 wurde Jonas Savimbi, der Führer der UNITA erschossen, daraufhin wurde der Waffenstillstand zwischen den Parteien geschlossen. Die UNITA gab ihren Kampf auf und nahm die Rolle der Oppositionspartei an. Obwohl sich die politische Lage in Angola zu normalisieren scheint, ließ Präsident dos Santos bis heute keine Demokratisierung des Landes zu. Der Frieden in Angola scheint jedoch gesichert zu sein.